St.-Nikolai-Kirche

Die spätgotische St.-Nikolai-Kirche hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die von Ruhm und Zerfall geprägt ist. Die St.-Nikolai-Kirche war die Kirche der Seefahrer und Fischer, weil sie sich sehr nahe zum Hafen und damit zur Ostsee befindet und die Quartiere rund um die Kirche auch vorwiegend von den Seefahrern und Fischern bewohnt wurden. Außerdem wurde der Kirchturm der St.-Nikolai-Kirche genauso wie die Kirchtürme der anderen beiden großen Kirche als Navigationspunkt durch die Seefahrer und Fischer genutzt. Sie hatten in der Kirche sogar einen eigenen Altar, so dass die Namenswahl - denn der heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Schiffer - auch nicht mehr verwundert.

Der Bau der heutigen St.-Nikolai-Kirche wurde 1381 mit der Errichtung des Chores begonnen und nach vielen Jahrzehnten Arbeit erst Ende des 15. Jahrhunderts beendet. Sie gehörte zu den größten Kirchen Europas und der imposante Kirchenturm mit 120 m und das Mittelschiff mit 37 m Höhe zeugten vom Reichtum der Stadt. Höher als das Mittelschiff sind in Deutschland nur noch drei Kirchen. Allerdings zerstörte 1703 ein kraftvoller Orkan den Turmhelm, der auch noch auf das Mittelschiff fiel und im inneren der Kirche eine große Zerstörung bewirkte. Die Renovierung der zerstörten Elemente erfolgte dann im Barockstil.

Äußerlich sind vor allem die Strebebögen auffällig, die dem Längsschiff die nötige Stabilität geben. Das südliche Seitenschiff ist durch Motivfriese, die im Backstein eingefügt sind, sehenswert. Die einzelnen Figuren stellen die Mutter Gottes, den heiligen Nikolaus, Drachen, Löwen und Menschenköpfe dar. Oberhalb der Motivfriese befindet sich eine der Sonne nachempfundene Rosette aus Backstein. Vor allem von der Rosmarinstraße kann man das südliche Seitenschiff sehr gut erkennen. Die Rosmarinstraße ist die Verlängerung der Brücke, die sich direkt unterhalb des südlichen Seitenschiffes befindet. Sie wurde übrigens früher als Kyverwyverstrat - Straße der keifenden Weiber - bezeichnet. Die Bezeichnung rührt wohl daher, dass die Frauen bei ihrem Weg von und zu den Waschplätzen an der Frischen Grube ein wenig lauter geschnackt haben.

Das Innere der St.-Nikolai-Kirche ist geprägt vom Zusammenspiel sakraler Kunst aus verschiedenen Epochen. So befinden sich in der St.-Nikolai-Kirche spätgotische Wandmalereien. Eine Renovierung und Neueinziehung der Gewölbe 1867 haben dazu geführt, dass nur noch einzelne Elemente der Originalfassung erhalten sind. Die Errichtung des Hauptaltars im spätbarocken Stil fand 1774 statt. Interessant ist, dass der Sockel des Altaraufsatzes das Abendmahl darstellt. Vor dem Hauptaltar befindet sich ein romanisches Taufbecken. Die Orgel wurde erst 1985 in die St.-Nikolai-Kirche eingebaut. Vorher befand sich die ab 1842 in drei Jahren angefertigte Orgel in der Freiberger Nikolaikirche. Sie verfügt über zwei Manuale und 28 Register.

Die St.-Nikolai-Kirche kann täglich besucht werden. Der Eingang befindet sich derzeit auf der Südwestseite. Außerdem finden halbstündlich Führungen in einem Seitenturm und in den Dachstuhl der St.-Nikolai-Kirche statt, die sehr interessant sind. Regelmäßig werden auch Veranstaltungen in der St.-Nikolai-Kirche durchgeführt, wie Konzerte, Ausstellungen oder Lesungen. Unterhalb des Kirchenturmes befindet sich auch noch eine so genannte Winterkirche, die die sakrale Nutzung im Winter erlaubt.



Weiterführende Literatur

Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern Backsteingotik in Mecklenburg-Vorpommern.




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