St.-Georgen-Kirche

Nicht nur in den aufwendig gestalteten Bürgerhäusern, sondern auch in den herausragenden Sakralbauten spiegelt sich der einstige Reichtum Wismars im Mittelalter. Die drei Hauptkirchen zeigen einen Querschnitt durch die gotische Sakralarchitektur im südlichen Ostseeraum. Die St.-Georgen-Kirche befindet sich im Gotischen Winkel und begründet mit dem St.-Marien-Kirchturm und dem Fürstenhof eine der Grundlagen für die Aufnahme der Hansestadt Wismar zusammen mit der Hansestadt Stralsund in das Weltkulturerbe. Die St.-Georgen-Kirche war die Kirche der Handwerker und Kaufleute. Mit ihrem Bau wurde 1295 dort begonnen, wo sich vorher schon ein Vorgängerbau befand.

Der Grundriss der St.-Georgen-Kirche ist zweieinhalb Mal so groß wie der Grundriss der Dresdner Frauenkirche. Daran lässt sich schon die Weiträumigkeit erkennen. Die gotische Kreuzkirche besteht aus einem Lang-, einem Mittel- und einem Querschiff. Am Mittelschiff befinden sich große Seitenschiffe, die dieses stützen. Allerdings wurde die Kirche nie ganz fertig gestellt und die Krönung blieb der St.-Georgen-Kirche auch versagt, denn es fehlt ihr ein zum Grundriss gemäßer, imposanter Kirchenturm. Sie besitzt nur einen unvollendet gebliebenen Westturm, der Zeugnis für den Niedergang der einstmals reichen Hansestadt im ausgehenden 15. Jahrhundert ist.

Im April 1945 wurde die St.-Georgen-Kirche während eines Luftangriffs schwer beschädigt und später jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben. Bei einem mächtigen Sturm stürzte 1990 sogar der Nordgiebel ein, wobei auch gegenüber stehende Häuser zerstört wurden. Aufgeweckt durch dieses Ereignis und der glücklichen Zusammenkunft mit der Wende begann die Hansestadt Wismar sowie die Stiftung Denkmalschutz e. V. mit umfassenden Sicherungsarbeiten, in deren Folge dann auch die Sanierung in Angriff genommen wurde.

So befindet sich nun die Neue Sakristei an der Nordostseite der St.-Georgen-Kirche. Sie ist ein Neubau und ersetzt die Alte Sakristei, die Anfang der 60er Jahre abgerissen wurde. Heute beherbergt die Neue Sakristei alle technischen Versorgungs- und Funktionsräume, die für die Nutzung der St.-Georgen-Kirche notwendig sind. Genauso wie in der St.-Nikolai-Kirche befinden sich auch in der St.-Georgen-Kirche stadtgeschichtlich sowie künstlerisch bedeutungsvolle Kalksandsteinplatten, die der Grababdeckung von Mehrfachbegräbnissen dienten.

Theodor Heuß bemerkte zu St. Marien und St. Georgen: "Die paar Schritte zwischen St. Marien und St. Jürgen in Wismar - das ist eine andere Welt ... Wo noch sind auf zweihundert Meter so gewaltige Dome zusammengedrängt, Zeugnisse überquellender bürgerlicher Kraft und stolzer Frömmigkeit, in rascher Folge aufgestellt und schließlich am großen Werk ermattend - ich kenne nur Gent, das inmitten strömender Geschäftigkeit ähnlich stolze Dokumente nachbarschaftlich häufte." ("Herbstreise durch Mecklenburg" (aus "Die Hilfe" Nr. 26, 1920, Seite 634ff.))

Bis 2010 soll Wismars größte Kirche als einzigartiges Zeugnis wendischer Kirchenarchitektur und norddeutscher Backsteingotik wieder im alten Glanz erstrahlen und als Kulturkirche genutzt werden. Sie steht dann als Veranstaltungsraum sowie selbstverständlich auch der gottesdienstliche Nutzung zur Verfügung.



Weiterführende Literatur

Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern Backsteingotik in Mecklenburg-Vorpommern.




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