Rudolph Karstadt

Auf dem Alten Friedhof in Schwerin erinnert ein schwarzer Grabstein an einen der erfolgreichsten deutschen Einzelhändler, dessen Wurzeln in Mecklenburg liegen: Rudolph Karstadt. 2006 werden nun zwei Jubiläen gefeiert, die an Karstadt in einem größeren Rahmen erinnern. Zum einen jährt sich der Geburtstag von Karstadt zum 150.-mal. Er wurde am 16. Februar 1856 in Grevesmühlen, im Haus Wismarsche Straße 15, geboren. Zum anderen findet der 125. Jahrestag der Eröffnung des ersten Geschäfts in der Hansestadt Wismar statt. Wismar ist somit Karstadt Gründungsstadt.

Seine Lust am Handel wurde Karstadt von seinem Vater Christian Karstadt in die Wiege gelegt, denn dieser betrieb in Grevesmühlen eine Färberei und eine Manufakturwarenhandlung. 1866 verzog die Familie nach Schwerin und das Haus in Grevesmühlen nutzen Rudolphs älterer Halbbruder Ludwig Georg Carl Karstadt und dessen Sohn Carl Karstadt. Nach Schulbesuch in Grevesmühlen und Schwerin absolvierte Rudolph Karstadt eine Lehre beim Vater. Danach arbeitete er in Grevesmühlen beim Kaufmann Gustav Ramelow.

Vor 125 Jahren - im Jahre 1881 - eröffnete Karstadt dann zusammen mit seinen Geschwistern Ernst und Sophie Charlotte und mit finanzieller Unterstützung des Vaters ein "Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft" in der Krämerstraße 4. Drei Jahre später wurde er alleiniger Inhaber und wegen der guten Geschäftszahlen konnte Karstadt weitläufig expandieren. So öffneten Filialen in Lübeck (1884), neumünster (1888), Braunschweig (1890), Kiel (1893), Mölln (1895) und Eutin (1896). 1900 übernahm Karstadt 13 Geschäfte seines Bruders Ernst Karstadt und eröffnete 1912 zudem an der Mönckebergstraße in Hamburg das erste Großstadt-Warenhaus in Deutschland mit einer Verkaufsfläche von 10.000 m2.

Nach der Übernahme der Firma Althoff gehörten 1920 zum in eine AG umgewandelten Unternehmen deutschlandweit schon 44 Geschäftshäuser, die vor allem Textilien und Haushaltswaren anboten. Der Erfolg ist auf das revolutionäre Verkaufskonzept zurückzuführen, welches er von Gustav Ramelow übernahm. Das übliche Handeln um Preise in den Geschäftshäusern von Karstadt wurde abgeschafft und dafür niedrige Festpreise sowie Barzahlung eingeführt. So konnte er besser kalkulieren und mit den Lieferanten günstige Einkaufspreise verhandeln. Zum 50-jährigen Jubiläum 1931 gehörten zum Unternehmen 89 Filialen mit rund 30.000 Mitarbeitern. Symbol des Erfolges war das Karstadt am Herrmannplatz in Berlin, mit einer Nutzfläche von 72.000 m2. Es war seinerzeit das modernste Kaufhaus Europas.

Mit der Weltwirtschaftskrise kam das Unternehmen in eine schwere Krise, im Zuge dessen Karstadt sein gesamtes privates Vermögen verlor. 1932 schied er dann aus dem Unternehmen aus und ließ sich in Schwerin nieder, wo er am 19. Dezember 1944 starb.

In der DDR wurden die Karstadt-Häuser nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet, währenddessen sich die Rudolph Karstadt AG in der BRD zum größten Warenhauskonzern entwickelte. So gehörten 1981 155 Warenhäuser mit 75.000 Beschäftigen zum Unternehmen. Mit der Wiedervereinigung kehrte Karstadt auch wieder nach Wismar in sein Stammhaus zurück. In der Folgezeit wuchs das Unternehmen weiter und geriet 2004 doch wieder in eine Krise, die aber pünktlich zum Unternehmensjubiläum überwunden zu sein scheint. Das Stammhaus in Wismar ist nun das kleinste Karstadt-Warenhaus und wurde in den letzten Monaten umfangreich erneuert, um den Kundenwünschen gerecht zu werden und natürlich auch um den Jubiläumsfeierlichkeiten einen angemessenen Rahmen im Stammhaus zu bieten.

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