Fahrradtour 8 - Ostseefernradweg von Boltenhagen bis Travemünde und Hinterland

Gesamtlänge mit Abstechern: 72 km
Reine Fahrtzeit ohne Pausen: 4,5 Stunden
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 16,1 km/h

Streckenverlauf: Boltenhagen - Redewisch - Brook - Groß Schwansee - Harkensee - Pötenitz - Priwall - Travemünde - Johannstorf - Dassow - Kalkhorst - Hohen Schönberg - Klein Pravtshagen - Grundshagen - Steinbeck - Redewisch - Boltenhagen

Diesmal beginnt die Tour nicht in Wismar, sondern wir nehmen die Fahrräder huckepack und fahren mit dem Auto nach Boltenhagen, Richtung Steilküste. In 30 Minuten Fahrtzeit von Wismar aus haben wir Boltenhagen erreicht. Ausgangspunkt ist der Parkplatz im Ortsteil Redewisch der Gemeinde Boltenhagen nahe der Steilküste.

Für diese Fahrradtour sollte man gut 6 bis 8 Stunden einplanen, denn es gibt jede Menge zu sehen. Die Strecke ist auf Teilabschnitten etwas hügelig. Diese Tour kann auch bei schlechtem Wetter geradelt werden, da größtenteils auf asphaltierten Nebenstraßen, Fahrradwegen, aber auch gut befahrbaren Wald- und Feldwegen in die Landschaft geradelt wird. Nur der obere Kolonnenweg an der Steilküste ist etwas unangenehm, da dort der Fahrradweg über zusammengelegten Betonplatten verläuft. Es holpert mächtig. Dafür entschädigt jedoch die Aussicht auf die Ostsee.

Der Himmel war leider mit Wolken verhangen, aber Regen war erst für den Nachmittag angesagt. Regensachen sollte man auf alle Fälle immer dabei haben. Auf dieser Tour kamen wir an alten Schlössern und Herrenhäusern sowie Gutshäusern vorbei. Die Strecke ist insgesamt schlecht ausgezeichnet, Hinweisschilder gibt es nur wenige. Dieses Problem können Sie mit meiner Tourenbeschreibung beheben. Nun aber los, damit Sie sich ein Bild machen können.

Wir beginnen unsere Fahrradtour auf dem Parkplatz in Redewisch, einem Ortsteil von Boltenhagen, direkt am Wasser. Die Parkgebühren sind auch günstig: sechs Stunden kosten 3,50 Euro und zehn Stunden 4,50 Euro. Ein herrlicher Sandstrand, der zum Baden einlädt, befindet sich auch gleich gegenüber. Wir radeln also los und biegen vom Parkplatz links auf die Straße ein. Nach wenigen Metern erreichen wir ein Schild, welches uns sagt, dass es rechts auf der R 4 zum Priwall geht. Wir radeln also auf der Dorfstraße Richtung Steinbeck.

Gleich zu Anfang ist eine kleine Steigung zu nehmen. Von hier hat man jedoch einen sehr guten Ausblick auf die Ostsee. In der Ferne sind mehrere Segelboote zu erkennen, einige davon mit braunen Segeln. An der Gabelung, an der auch eine Rasthütte steht, gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. Links geht der offizielle Ostseefernradweg über Steinbeck und Elmenhorst entlang und rechts führt ein Feldweg direkt an die Steilküste. Wir entscheiden uns für rechts, radeln über das Feld und biegen am Hochufer links ab.


Wir radeln jetzt immer an der Ostsee entlang, die bei wärmeren Temperaturen zu einem Bad einlädt. Es geht etwas beschwerlich auf dem Hochuferweg an der Steilküste entlang, dafür entschädigt aber die Aussicht auf die Ostsee. Nach ca. 3 km erreichen wir ein kleines Wäldchen, welches wir durchradeln und biegen auf dem Feld rechts in Richtung Ostsee ab. In der Ferne ist schon die Silhouette von Travemünde zu erkennen. Nach 5 km erreichen wir einen kleinen Parkplatz. Hier beginnt nun auch der so genannte Kolonnenweg. Dieser Plattenweg fährt sich nicht besonders gut. Ich merke das aber nicht so, da mein Fahrrad mit gefederter Sattelstütze ausgestattet ist. Der Neukauf meines Fahrrads bei einem Online-Fahrradhandel hat sich wirklich gelohnt, denn ich bin total begeistert. Zwar war ich anfangs sehr skeptisch, aber nachdem sich mein Sohn dort auch ein Fahrrad gekauft hat, wollte ich es wissen, ob der Internethandel wirklich so gut ist. Ich bin nicht enttäuscht worden. Mittlerweile bin ich diesen Sommer schon 800 km mit dem neuen Rad unterwegs. So jetzt aber weiter mit der Tour.

Es ist doch ganz schön windig und die Temperaturen gehen auch nicht über 15 Grad hinaus; es ist ja schon September. In der Ferne entdecken wir am Horizont ein kugeliges Gebilde. Das müsste die Sternwarte in Elmenhorst sein, sicher sind wir aber nicht. Nach 12,1 km erreichen wir jetzt endlich nach unserer hügeligen Kolonnenfahrt eine Gabelung und einen sehr guten Rastplatz. Nach Brook sind es von hier aus nur 0,8 km. Ein Besuch zum Gut Brook lohnt besonders, wenn es zum Antikmarkt oder Weihnachtsmarkt einlädt. Mehrere Bänke und Fahrradständer laden zu einer kurzen Pause ein. Rechts neben den Bänken führt ein kleiner Stichweg hinunter zur Ostsee. Wer eine Abkühlung im Wasser mag - ganz in Natura - sollte hier mal kurz runterradeln. Herrlichen Sandstrand gibt es dort überall. Doch nun wieder zurück.

Obwohl heute kein Markt auf Gut Brook stattfindet, machen wir einen kurzen Abstecher dorthin, kehren aber an den Ausgangspunkt zurück und radeln jetzt weiter auf dem offiziellen Ostseefahrradweg, der uns als nächstes zum Schloss Groß Schwansee führt. Auf dem unangenehmen Plattenweg geht es zunächst weiter durch das Naturschutzgebiet "Brooker Wald", immer leicht bergauf und bergab. Nach 17,8 km hört dieser Kolonnenweg endlich auf und wir radeln weiter auf einem sehr gut ausgebauten Asphaltweg. Rechts neben uns hat man jederzeit Zugang zur Ostsee; Badestellen, so weit das Auge reicht. Auf der linken Seite des Weges sind sehr gute Schautafeln aufgestellt, die Auskunft über Flora und Fauna an der Küste geben. Wir biegen jetzt links ab in Richtung Groß Schwansee. Geradeaus würde es an der Steilküste entlang nach Travemünde weitergehen.

Das Schloss Groß Schwansee erreichen wir über eine lange Baumallee nach 19 km. Leider ist heute eine geschlossene Gesellschaft anwesend, so dass man das Schloss und das Parkgelände nicht näher besichtigen kann. Am Schloss radeln wir rechts vorbei und entdecken jetzt auch ein Fahrradschild. Auf dem Ostseeradfernweg sind es nach Pötenitz nur noch 10 km und nach Harkensee 6 km. Wir radeln durch das Dorf und erreichen nach etwa 20 km eine Gabelung. Wir nehmen den Neuenhägener Weg, einer sehr gut ausgebauten Asphaltstraße mit wenig Verkehr. Rechts neben uns entdecken wir abgeerntete Getreidefelder und links riesige Felder mit Mais. Wir kommen an einem reetgedeckten Bauernhaus vorbei, wo es selbsterzeugte Bioprodukte gibt. Für die Stärkung unterwegs, ist also gesorgt.

Nach 25 km erreichen wir Harkensee. Hier gibt es wieder eine schöne Unterstellhütte, direkt an einer kleinen Reitsportanlage. Rechts führt ein Stichweg direkt zum Strand. Wir bleiben aber auf dem Ostseefernradweg und radeln geradeaus weiter in Richtung Pötenitz und Dassow. Nach 26 km gibt es erneut eine Gabelung, wo wir rechts abbiegen in Richtung Pötenitz müssen, so dass wir auf einer Teerstraße weiterfahren. Pötenitz erreichen wir nach weiteren 4 km. Hinter Pötenitz beginnt dann auch der Fahrradweg, so dass wir nicht mehr auf der Straße weiterfahren brauchen. Im Sommer ist diese stark befahren, da es die Hauptverkehrsführung zum Priwall ist. Nach 32 km erreichen wir die Hansestadt Lübeck mit ihrem Ortsteil Travemünde, wo sich auch ein Parkplatz befindet. Wir biegen jedoch rechts auf den Ostseefahrradfernweg ein, der in Schleswig-Holstein seine Fortsetzung findet, so dass Sie bis zur dänischen Grenze mit dem Fahrrad fahren können.

Wir fahren direkt durch die Bungalowsiedlung vom Priwall und erreichen nach weiteren 2 km die Priwallfähre. Hier können jedoch nur Fußgänger nach Travemünde übergesetzt werden. 20 m vor uns im Bootshafen liegt die Passat, eins der bekanntesten Segelschiffe der Welt. Wer noch nie auf der Passat war, sollte dies unbedingt nachholen, da die Ausstellung sehr sehenswert ist. Nach diesem Abstecher radeln wir immer weiter geradeaus bis zu nächsten Fähre in der Mecklenburger Landstraße. Von hier kann man mit Auto oder Fahrrad nach Travemünde übersetzen.

Vor uns sehen wir den Fährhafen mit dem Skandinavienkai. Wir biegen jedoch links ab in die Mecklenburger Landstraße, da wir zurück über das Hinterland in Mecklenburg wollen. Den Dassower See erreichen wir nach wenigen Minuten. Wir radeln immer geradeaus weiter und kreuzen jetzt wieder den Weg an der Landesgrenze bei etwa 36 km, wo wir zuerst rechts auf den Ostseefernradweg abgebogen sind. Wir radeln also den gleichen Fahrradweg zunächst in Richtung Pötenitz wieder zurück. Nach 2 km ist erstmal Stopp wegen einem Kuhwechsel angesagt. Eine Herde Kühe wird von einer Seite zur anderen getrieben. Danach verlassen wir den straßenbegleitenden Fahrradweg und biegen links in die Teerstraße ab und kommen unten in Pötenitz an dem Rastplatz mit Unterstellhütte raus. Hier biegen wir wieder rechts auf die Hauptstraße ein, denn wir wollen Richtung Dassow. Leider gibt es hier keinen straßenbegleitenden Fahrradweg. Der Autoverkehr hielt sich aber in Grenzen. Nach 41,6 km erreichen wir den Abzweig nach Johannstorf. Hier wollen wir uns das Wasserschloss Johannstorf anschauen. Wasserschloss deshalb, weil es auf Pfählen stehen soll. Leider ist es sehr verfallen und wartet darauf, restauriert zu werden. Ein Käufer soll sich jedoch schon gefunden haben, wie uns ein Einheimischer mitteilte. Soeben fuhr eine Pferdekutsche an uns vorbei. Ob die wohl zum Schloss gehört? Das Schloss kann man auch ganz aus der Nähe bestaunen. Links seitlich führt ein schmaler Pfad direkt dorthin.

Nach einer kurzen Besichtigung von außen radeln wir wieder zurück auf die Hauptstraße und setzen unsere Tour weiter in Richtung Dassow fort. Nach knappen 45 km erreichen wir endlich mal wieder ein Hinweisschild. Hier beginnt der Fahrradweg Radfernweg "Ehemalige deutsch-deutsche Grenze". Nach Dassow sind es nur noch 3 km. Nach 900 m verlassen wir den Fahrradweg, der sich mittlerweile in einem Sandweg verwandelt hat und biegen links in das neue Wohngebiet ein. Am Stoppschild biegen wir links in die Klützer Straße in Richtung Kalkhorst ab. Hier gibt es wieder keinen Fahrradweg, so dass wir auf der Straße weiterfahren müssen, die durch hügeliges Gelände führt. Es sind jetzt kleine Steigungen zu bewältigen. Nach 52 km erreichen wir Neuenhagen, wo es mächtig nach Gewitter aussieht und schon etwas stürmisch wird. Also müssen wir kräftig in die Pedale treten, um nicht nass zu werden. Aber plötzlich kreuzt ein kleines Reh unseren Weg und wir müssen kräftig bremsen. Aber nicht zu doll, sonst fallen wir wieder vorne über den Sattel, was nicht das erste Mal wäre. Aber aus Schaden wird man klug. Also aufgepasst, ob noch mehr Rehe kommen und tatsächlich kommt ein ganzes Rudel aus dem nahe liegendem Wald.

Zwei Fahrradfahrer kommen uns entgegen, die genauso schnell radeln wie wir. Sie wollen wahrscheinlich auch dem nahenden Gewitter entfliehen. Nach 65 km erreichen wir Kalkhorst. Es fängt jetzt richtig an zu regnen und der Himmel ist voller Blitze. Also heißt es, Unterschlupf suchen und Päuschen machen. Und siehe da, ein Buswartehäuschen ist in der Nähe. Jetzt wird erst mal abgewartet, bis das Gewitter vorbei ist.

Nach 20 Minuten ist das Gewitter abgeklungen und wir können weiter radeln. Nach etwa 58 km erreichen wir den Ort Hohen Schönberg. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf das Land. Nach 63,6 km erreichen wir wieder eine Gabelung. Wir biegen links ab nach Elmenhorst und von dort in Richtung Grundshagen. Jetzt fängt es noch mal an kräftig zu regnen. Also Regensachen angezogen und weiter geht's. Wir sind kurz vorm Ziel, höchsten noch 5 km bis zu unserem Ausgangsort. Wie biegen also rechts ab in Richtung Steinbeck, nehmen aber nach ca. 2 km eine Abkürzung, die uns direkt nach Redewisch führt. Völlig durchnässt erreichen wir den Parkplatz nach etwa 72 km. Wir hieven unsere Fahrräder auf das Auto und ab geht's in Richtung Wismar. Für die nächste Tour hoffen wir auf besseres Wetter.

Good Fahrradtour bis zum nächsten Mal und immer ausreichend Luft im Reifen.

Ihre Fahrradtrine

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